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23.05.2013 |

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mathilda GT24 erlebt bewegte 24 Stunden

Das 24h-Stunden-Rennen am Nürburgring genießt nicht umsonst Kultstatus. Es ist das Unvorhersehbare, das dieses Jahr 210.000 Besucher, egal bei welchem Wetter, in die Eifel lockte. „Auf dem Ring ist jederzeit alles möglich, im Guten wie im Schlechten.

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Wegen dieses Wechselbads der Gefühle sind wir alle hier oben. Jahr für Jahr“, erklärt mathilda racing Chef Michael Paatz. Und der Kölner weiß ganz genau, wovon er spricht, denn in diesem Jahr war die „Grüne Hölle“ hart zu mathilda racing – höllisch hart. Das junge Team ging nach zwei Unfällen und heftigen Regengüssen förmlich baden. Nach 24 Stunden blieb ein 10. Platz in der Klasse SP3T und ein 118. gesamt. „Wir haben uns alle natürlich viel mehr versprochen“, resümiert Paatz, „aber trotz bester Vorbereitung brauchst du am Ende ein wenig Glück, um deine Ziele zu erreichen!“ Und das fehlte dieses Mal.


Perfekter Start im Freien Training

Dabei waren die Voraussetzungen für eine gute Platzierung in der Klasse SP3T grandios: ein erprobtes Auto; mit JP Kraemer, Klaus Niedzwiedz, Constantin Kletzer und Michael Paatz ein gutes Fahrerquartett; mit der Crew um Andreas Lautner erfahrene Mechaniker und dank des „Million-Designs“ die mediale Unterstützung von Volkswagen. Der Start ins Abenteuer gelang dann auch sehr vielversprechend. Im Freien Training am Freitag fuhr JP Kraemer auf einen sensationellen zweiten Platz in der SP3T-Klasse. „Das war so geil, bei diesem Wetter mit dem GT24 von mathilda racing über den Ring zu heizen. Die weiße Lady liegt wie eine eins“, strahlte JP. Am Ende stand eine 11:26 min Runde bei strömenden Regen zu Buche, 30. Platz in der Gesamtwertung. Perfekt! Im Nachtraining, dem 1. Qualifying, drehte dann jeder der vier Fahrer seine zwei Pflichtrunden und das gesamte Team blickte auf ein gelungenes Tageswerk zurück.


Klaus Niedzwiedz mit guter schneller Runde im 2. Qualifying

Das Ziel für den Samstag lautete dann, eine gute schnelle Runde für einen vorderen Startplatz in der SP3T-Klasse. Das Team einigte sich darauf, dass Routinier Klaus Niedzwiedz für mathilda racing in den Ring steigen sollte. Und der mathilda GT 24, der während des gesamten Rennens von einer ständig wachsenden Facebookgemeinde angefeuert wurde, schaffte mit einer 9:30 min die drittschnellste Zeit in der Klasse, hinter dem Audi von Raeder Motorsport, der schließlich die Klassenwertung gewann und dem später zweitplatzierten Subaru. „Zu diesem Zeitpunkt war noch alles im Plan“, so Paatz, „auch wenn wir eine Strafversetzung wegen Missachtung der gelben Flaggen um fünf Plätze hinnehmen mussten.“


JP Kraemer wird Ölspur zum Verhängnis

Weil man sich noch Chancen auf eine Verbesserung ausrechnete, sollte entgegen des eigentlichen Plans im 2. Qualifying noch einmal angegriffen werden. JP Kraemer wollte seine herausragende Leistung aus dem Freien Training nun auch im Kampf gegen die Uhr unter Beweis stellen. „Ich war zu Anfang richtig gut und schnell unterwegs“, erinnert sich der PS Profi, „alles war gut, bis mir dann eine Ölspur einen Strich durch die Rechnung machte. Ich habe mich gedreht und bin mehrfach eingeschlagen.“


„Wunder gibt es immer wieder“

Nach den Bildern des Crashs waren zunächst alle froh, dass JP nichts passiert war. „Als ich das Video gesehen habe und dann das Auto, habe ich nicht mehr daran geglaubt, dass wir starten würden“, erinnert sich der mathilda racing Chef, „vorne war alles kaputt“. Doch dann bewahrheitete sich einmal mehr, dass in Stunden der Ausweglosigkeit von fern ein Lichtlein leuchtet. Dieses Mal in Gestalt des Manheller-Teams aus dem Ringdorf Meuspath. Nachdem Andreas Lautner und sein Team die Frontpartie komplett entkleidet hatten, wurde der völlig verzogene Vorderwagen von Manheller wieder fahrtüchtig hergerichtet. „Das kann ich guten Gewissens als herausragende Leistung anerkennen“, lobt JP, „das war nahezu ein Wunder. Vielen Dank noch mal an dieser Stelle“. Parallel dazu besorgten Lautner, Paatz und JP die notwendigen Ersatzteile. Als das Auto zurück in die Box kam, machte sich die Mechanikercrew an die Komplettierung. Um 3 Uhr nachts sah der mathilda GT24 Dank der großartigen Arbeit des gesamten Teams wieder fast aus wie neu. „Wunder gibt es immer wieder, fiel mir dazu ein“, erinnert sich Michael Paatz, denn als sich die mathilda racing Partner wrapping-point und graeftec noch bis zum Morgen um Folierung und Beklebung kümmerten, stand der Million-Scirocco am frühen Sonntag wieder bestens im Lack. Los ging‘s an den Start.


Verheißungsvoller Start ins Rennen

Nach den kurzweiligen Abenteuern in der Nacht auf Sonntag hatte es das Auto tatsächlich geschafft. „Wir haben uns in der schwierigen Situation als wirkliches Team gezeigt“, freut sich Paatz, „und eigentlich war ich zu diesem Zeitpunkt immer noch guter Dinge, dass wir einen Podiumsplatz in der Klasse erreichen können.“ Wie schon beim Start ins Training verliefen auch die ersten beiden Stunden des Rennens sehr positiv. Startfahrer Michael Paatz konnte nach seinem ersten Stint kurz vor 19 Uhr den mathilda GT 24 auf dem dritten Platz der Klasse liegend, hinter Raeder TTRS und dem Werks-Subaru, übergeben. Mit 9:42 min legte er eine Zeit vor, die bis zum Rennende als drittschnellste Rundenzeit in der SP3T diesen Jahres Bestand haben sollte.


Ein Unfall kommt selten allein

Doch leider war der Frohmut auch dieses Mal von kurzer Dauer. Im Stint von Klaus Niedzwiedz schlug der Defektteufel zu und bescherte dem Team eine Standzeit von 2 Runden. Als man sich gerade mit dem Rückschlag abgefunden und schon wieder etwas Zeit gutgemacht hatte, folgte eine folgenschwere Kollision im Yokohama S, die allen Podiumsträumen ein Ende bereitete. Die Radaufhängung vorne links war schlicht und ergreifend „total zerstört“, der Frontsplitter sowie Kotflügel und Frontschürze stark beschädigt. Da nach dem ersten Crash bereits ein neuer Frontsplitter verbaut worden war, konnte der mathilda GT 24 nach fast zwei Stunden nur noch in einem fahrbereiten, aber nicht mehr wirklich konkurrenzfähigen Zustand zurück auf die Strecke.


Neue Devise: Durchbeißen und Ankommen

Trotz des erneuten Nackenschlags bewies das Team Moral – „Auf jeden Fall ankommen“, war man sich einig. Das Ziel wurde schließlich erreicht. Man arbeitete sich noch von Platz 160 bis auf 118 nach vorne und gefeiert wurde auch. „Ich kann mich nicht darüber beschweren, dass mir langweilig gewesen wäre“, zieht Michael Paatz ein Resümee, „in dieser Zeit hier am Ring haben wir heftig wechselnde Gemütszustände durchlebt: Hoffnung, Stolz, Euphorie, Verzweiflung, Trotz, Unbeugsamkeit, Wut – eine solch komprimierte Intensität erlebt man nicht oft. Wir kommen nächstes Jahr wieder.“ Eine erste kurze Zusammenfassung der aufregenden Tage zeigt eine n-tv Reportage von Klaus Niedzwiedz am 23. Mai ab 19:05 Uhr in PS - das Automagazin. Einen ausführlichen Bericht sendet n-tv am 28. Mai um 16:05 Uhr unter dem Titel „24 Stunden Adrenalin auf der Nordschleife“.

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24h-Rennen Termine

Datum Veranstaltung
19.05.2013 41. ADAC Zurich 24h-Rennen 2013

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